Bayreuth – Rodenbach

13. Tag – 27.9.2012
Collenberg – Rodenbach, 92 km, Ankunft 18.15 Uhr (wieder zu Hause).

Der Regen hatte sich bereits am Abend angekündigt.  Über Nacht wollte er kaum nachlassen, unangenehm, wenn man mal aufs Klo will. Am Morgen mussten wir das Zelt nass einpacken, wenngleich die Schauern nachgelassen haben. Die Erfahrungen lehrten uns jedoch, dass es nach dem erneuten Aufstellen schnell abtrocknet.

Um gegen einen neuerlichen Platten gewappnet zu sein, besorgten wir uns im örtlichen Fahrradhandel noch einen neuen Schlauch. Gegen 10.30 Uhr machten wir uns auf den Weg Richtung Aschaffenburg. Hier wollten wir am Abend unseren letzten Stopp einlegen, bevor wir wieder daheim eintreffen werden. Trotz anfänglicher Bedenken stabilisierte sich das Wetter zum Positiven. Neben Sonne unterstützte uns ein leichter Rückenwind, nur manchmal, wenn wir wieder einer der vielen Biegungen des Mains folgten, blies uns der Wind von vorne ins Gesicht. Weinberge wechselten sich ab mit den steilen Hängen des Ufers, in die teilweise der Main gequetscht wird.

Der rote Buntsandstein des Spessarts leuchtet teilweise schon von weitem und je nach Blickwinkel meint man, bizarre Figuren zu erkennen.

In Aschaffenburg hingegen beherrscht ein helles Gestein das Bild auf der rechten Seite unterhalb des Schlosses.

Der Rad- und Fußweg wird durch die Felsen derart beengt, dass man vorsichtig agieren muss, um nicht ein Bad im Fluss zu nehmen. Natürlich kam uns direkt an der schmalsten Stelle ein Radler entgegen, der aber ebenso wie wir die entsprechenden Hinweise beachtet hatte und abgestiegen war.


Als wir in Aschaffenbug auf die Uhr sahen, war es ca. 15.00 Uhr. Jetzt schon die Tagesetappe zu beenden, erschien uns zu früh, zumal der Campingplatz noch eines ganzes Stück entfernt war und somit immer dichter an Rodenbach lag. Damit stand für uns fest, die kommende Nacht wieder in den eigenen Betten zu schlafen. Kurz vor Seligenstadt wurden wir von tiefdunklen Wolken umzingelt und die ersten Tropfen kündigten heftige Schauer an. Der Wind wurde intensiver. Unter überhängenden großen Bäumen blieben wir zunächst trocken, hielten an und holten das Regenzeug heraus. Als wir uns angezogen und das Gepäck abgedeckt hatten, war schon fast alles vorbei. Der Wind hat die Wolken über uns hinweggefegt und schon kurze Zeit später konnten wir uns der Regenkleidung entledigen. Über Hanau war der Himmel wieder blau. Wir nahmen aber ab Großkrotzenburg die Abkürzung durch den Wald, an Neuwirtshaus vorbei und schon um 18.15 Uhr waren wir nach insgesamt 713 km Radfahren wieder zu Hause angelangt. Es war wieder eine Zeit, die wir nicht missen möchten.

12. Tag – 26.9.2012
Lohr – Collenberg, 68 km, Ankunft 16.15 Uhr
Unsere Wirtsfrau für diese Nacht war etwas fußkrank. Deshalb holte einer von uns die Frühstücksbrötchen sowohl für uns als auch ihre anderen Gäste. Der besondere Vorteil bestand darin, dass wir unsere Brötchen selbst beim Bäcker aussuchen konnten. Die alte alleinstehende Dame hat durch die Vermietung von Zimmern eine Aufgabe, die sie auf Trab hält. Bereits um 09.15 Uhr waren wir abreisefertig. Zunächst aber suchten wir nochmals die Fahrradreparaturwerkstatt auf und kauften für Norbert einen neuen Sattel. Seiner zeigte umfangreiche Auflösungserscheinungen in der Satteldecke. Nun konnten wir beruhigt die Reise fortsetzen.
In Rodenbach am Main sahen wir in einem offenen Hof viele Zierkürbisse, teilweise zu Figuren zurechtgebastelt.

Rothenfels, die kleinste Stadt Bayerns im Spessart

Allmählich wichen die tief hängenden Wolken und machten  der Sonne Platz. Sie wärmte so gut, dass die leichte Kleidung vollkommen ausreichte. In Wertheim hätte ich gerne mir die Altstadt angeschaut. Allerdings ist es sehr beschwerlich, die Fahrräder mit Gepäck durch enge Gassen zu schieben.
So beschränkten wir uns darauf, von der Brücke einen Blick auf den Ort zuwerfen, wie wir es auch schon bei vielen zuvor gemacht haben.

Es ließ sich heute gut fahren.

Der Main lag glatt wie in See vor uns, die Häuser und die Landschaft spiegelten sich darin. Nur ab und zu wühlten Ausflugsschiffe oder die Berufsschifffahrt die Oberfläche auf und störten die Spiegelung.

Hier und da sammelten wir ins Gras gefallene aber verlockende Äpfel auf für eine kleine Zwischenmahlzeit. Sehr viele Walnussbäume säumten die Radwege. Immer wieder sammelten Leute ihre mitgebrachten Säckchen voll mit den Nüssen, günstiger als zu Weihnachten in den Geschäften und garantiert Natur pur.

In Homburg trafen wir jemanden, der uns einiges über den hier am Kallmund angebauten Wein erklärte. Die Weinlese war in vollem Gange. Er reichte uns eine gerade abgeschnittene Traube.
Die Beeren waren prall vom Saft und lagen dicht an dicht.

Er empfahl uns, Wein von gerade diesen Trauben zu kosten, wir würden nie wieder eine andere Sorte trinken wollen. So kann man nur davon schwärmen, wenn man von der Qualität absolut überzeugt ist. Wir durften einige Beeren kosten, dann konnten wir ihn verstehen. Das Gespräch war wirklich sehr interessant, aber er musste dann wieder seiner Arbeit nachgehen und die geernteten Trauben fortfahren. Kurz vor Collenberg erwischte es Heike, das Hinterrad war wieder platt, wie damals bei der Wallfahrtkirche Vierzehnheiligen, als es den Berg hinunterging. Nur dieses Mal war nicht das Ventil lose, sondern der Schlauch hatte ein Loch. Unser mitgenommener Ersatzschlauch leistete uns gute Dienste und war schnell eingesetzt. Von unseren Gummihandschuhen hat Norbert gleich einen zerrissen und einen neuen gebraucht. Letztendlich schützten sie doch nicht ausreichend vor schwarzen Fingern. Nach 20 Minuten war die Panne behoben und unsere Hände sahen aus wie bei einem Automechaniker. Doch mit Seife und Wasser, was wir immer dabei haben, bekamen wir die Hände fast richtig wieder sauber, einige Spuren blieben noch.

Kurz nach 16.00 Uhr erreichten wir den ersten von uns ins Auge gefassten Campingplatz. Der Rasen ist gepflegt, die sanitären Einrichtungen sind sauber und in Ordnung.
Da wir auch warm sitzen konnten, es waren Gasheizpilze aufgestellt, entschieden wir uns, zu bleiben. Beim Abendessen konnten wir im Freien und doch warm sitzen. Die Sonne war längst hinter den Wolken verschwunden und es kühlte merklich ab, aber die Wärme im Rücken ließ uns länger ausharren. Mit dem Campingplatzbetreiber und einem Kunden, der noch eine Gasflasche brauchte. Der Betreiber lud noch zu einem Absacker ein, bevor er den Wirtschaftsbetrieb schließen wollte. Bei einem Federweißer und einem Birnenschnaps kamen wir vier noch ins Gespräch. Nachdem wir uns als Sportschützen geoutet haben, schwärmte der Kunde vom hiesigen 3-D-Bogenschießstand. Er ist selbst dort Mitglied und leistet viel ehrenamtliche Arbeit im Verein. So manche Kuriosität wusste er zu erzählen. Besonders stolz ist er darauf, dass Collenberg den größten Bogenschießstand dieser Art im deutschsprachigen Raum hat, aber auch über diesen Bereich hinaus bekannt ist. Heute hatte der Campingplatzbetreiber spät Feierabend.

11. Tag – 25.9.2012
Würzburg – Lohr, 74,5 km

Gestern Abend sind wir noch in die Wirtschaft am Platz gegangen, um zu Abend zu essen. Es ist dort warm, wir können hier die E-Mails abarbeiten und der Laptop wurde freundlicherweise auch aufgeladen. Außerdem darf man sich hier auch ohne Speisen- und Getränkeverzehr aufhalten. Der Laptop war bereits an der Theke am Strom angeschlossen und die bestellten Getränke (0,5 l Bier und 0,4 l Apfelsaftschorle) wurden gerade gebracht. Irgendwie kamen die Gläser auf dem Tablett ins Schwanken und ergossen sich über Norbert. Ich selbst konnte nur noch einen Satz zur Seite machen, um trocken zu bleiben. Norbert jedoch musste sich komplett umziehen, lediglich Socken und Unterwäsche blieben verschont. Die Wirtsleute, die gleichzeitig die Platzbetreiber sind, unternahmen alles, um die für sie peinliche Situation zu beseitigen. Norbert Wäsche kam bei denen sofort in die Waschmaschine und wurde ihm heute Morgen beim Frühstück trocken übergeben. Anwesende, mich eingeschlossen, hatten jedoch nach dem ersten Schrecken die Lacher auf ihrer Seite und ließen noch manche lustige Bemerkung dazu verlautbaren. Nachdem dieses Missgeschick beseitigt war, kam das Ehepaar, mit dem wir gestern vom Shuttleservice Richtung Stadt gebracht worden sind, dazu und wir hatten uns viel zu erzählen. Der Wein, auf den dann umgestiegen wurde, trug seinen Teil dazu bei, dass es noch ein langer und lustiger Abend wurde.

Heute Vormittag wurden wir extra von diesem Ehepaar sowie den Platzbetreibern verabschiedet. Kurz zuvor hatten wir uns noch ein wenig darüber unterhalten, was bei Hochwasser alles zu tun ist, weil dann der ganze Platz hoch überschwemmt wird. Alles, was nicht fest ist, muss geräumt werden, damit nichts in die Schleuse treibt. Kommt es durch Gegenstände, die dem Platz zugeordnet werden können, zu einem Schaden an der Schleuse, geht die Haftung auf den Eigentümer dieser Sache über und das bezahlt keine Versicherung. Um den Platz komplett mit den Dauercampern zu räumen, werden 5 Tage benötigt, obwohl alles gut durchorganisiert ist. Trotzdem gehen die Schäden in die Tausende von Euro.

Während der Fahrt kam öfters die Sonne durch die Wolken. Die Luft war warm und schließlich fuhren wir nur noch in kurzer Hose und T-Shirt. Ein seichter Rückenwind erleichterte das Radfahren. Ab Gemünden, zur späten Mittagszeit, zogen die Wolken immer zu und ließen nichts Gutes erahnen. Zunächst brauchten wir jedoch eine Fahrradreparaturwerkstatt, denn der Schaltzug von meinem Fahrrad fing an sich zu verabschieden. Immer mehr einzelne Drähte rissen und damit stieg die Belastung für die verbliebenen. Die Kette am Tretlager konnte nicht mehr auf den mittleren Zahnkranz gezogen werden. Die Werkstatt in Gemünden war schnell gefunden. Leider war sie gerade heute, einem gewöhnlichen Werktag, geschlossen.

Nicht nur Kirchen und Burgen sind sehenswert.

Ein Passant meinte, wir sollten ruhig klingeln, die Leute des Ladens wohnen oben drüber im selben Haus. Das war jedoch erfolglos. So fragten wir in der Touristeninformation nach. Die Dame dort mühte sich wirklich ab und erfuhr, dass in Lohr die Werkstatt noch bis 18.00 Uhr geöffnet hat. Die genaue Anschrift und beste Anfahrtmöglichkeit wurde gleich mitgeliefert. Doch nun ärgerte uns der Himmel und öffnete seine Schleusen. Nach anfänglichen Tropfen wurde der Regen immer heftiger. Es blieb uns nichts anderes übrig, als die Regensachen anzuziehen und das Gepäck abzudecken. Trotzdem waren wir so um 16.00 Uhr in der Werkstatt in Lohr. Nachdem wir denen unser Problem schilderten, baten sie uns, das Gepäck zu entfernen, damit das Rad gleich auf den Reparaturständer konnte. Kaum 15 Minuten später war alles wieder in Ordnung, die Schaltung und die Bremsen wurden kontrolliert und nachjustiert und die Kette bekam noch etwas Öl.

Der Regen hörte gar nicht mehr auf. Wir entschieden uns deshalb für eine Übernachtung in einem Hotel oder einem Gasthof. Das erste Hotel war belegt, das zweite auch. Eine Rückfrage beim dritten verlief negativ, ebenso eine ‚telefonische Anfrage im Ort auf der anderen Mainseite. Wir erfuhren, dass gerade eine Tagung in Gemünd, eine in Lohr und zusätzlich von einer sehr großen ortsansässigen Firma eine überregionale Fortbildungsveranstaltung stattfand. Alle verfügbaren Betten waren ausgebucht. Ich ging nochmals in das Hotel, um nach der Anschrift der Jugendherberge zu fragen. Eine weitere Empfangsdame kam hinzu, tätigte einige Anrufe und wurde schließlich bei einer Privatperson, die über das Fremdenverkehrsamt gemeldet ist, fündig. Wir mussten zwar noch etwa 4 km fahren, aber unsere Fahrräder konnten wir dort auch unterstellen. Nun hatten wir für diese Nacht eine trockene und, im Vergleich zu einem Hotel, günstige Unterkunft. Bei dieser Gelegenheit konnten wir auch wieder alle Geräte (Laptop, Handy, Foto) aufladen.

10. Tag – 24.9.2012
Würzburg – Stadtbesichtigung

Laut Wettervorhersage unseres Handys sollte es ab heute und die ganze kommende Woche nur noch regnen. Trotzdem wagten wir die Stadtbesichtigung von Würzburg. Nach dem guten Frühstück brachte uns ein Shuttelsevice des Campingplatzes “Kalte Quelle”, der etwas südlich von Würzburg liegt, bis zur nächst gelegenen Straßenbahnstation. Von hier aus fuhren wir mit der Straßenbahn diekt bis in die Innenstadt. Auf dem Stadtplan, den wr gestern Abend bereits an der Rezeption erhielten, sind Rundwege empfohlen, die zu fast allen Sehenswürdigkeiten der Stadt führen. Diesen vorgeschlagenen Routen sind wir nachgegangen.
Auch den beschwerlichen Weg hoch zur Marienfestung haben wir auf uns genommen. Hier wurden wir nicht nur von innen naß, sondern der Himmel leistetet hier auch seinen Beitrag dazu, so dass wir die Regenschirme aufspannen mussten. Auf dem Weg nach oben durchwanderten wir den Weinberg, vorbei an den vielen Erklärungen zum Weinanbau und den Anforderungen an die Ausbildung zum Weinbauer. Oben auf der Festung waren die Besuchereinrichtungen am Montag geschlossen, es gab dennoch einiges Interessantes zu sehen. Auf dem Rückweg gingen wir durch angelegte Gärten, die noch von der Landesgartenschau 1990 erhalten geblieben sind.
Als wir wieder in der Stadtmitte ankamen, empfing uns die Sonne mit ihren immer noch wärmenden Strahlen. Es reichte ein kurzer Telefonabruf, um wieder von Shuttelservice des Campingplatzes abgeholt zu werden. Auf dem Platz angekommen, benutzten wir den in der Stadt gekauften Sekundenkleber, um die Kappe am Zeltgestänge festzukleben.

9. Tag – 23.9.2012
Schweinfurt – Würzburg – 89 km
Nach einem sehr guten Frühstück machten wir uns um 10:30 Uhr auf den Weg nach Kitzingen. Das war die Strecke, die wir als Etappe geplant hatten. Von hier aus wollten wir dann am nächsten Tag nach Würzburg fahren um die Stadt zu besichtigen. Als zunehmend die Sonne herauskam, bevölkterten sich die Rad- und Spazierwege. Da war ganz schön was los. Viele wollten an diesem Sonntag vielleicht letzten warmen Sonnentag genießen.

Die Weinberge links und rechts des Mains bestimmten immer öfter das sich uns bietende Panorama. Auf der heutigen Tour wechselten wir öfters die Mainseite.

 

 

 

Einmal benutzten wir dazu ein Fähre. Die bequemste Art auf die andere Seite zu kommen. In Schwarzach fuhren wir direkt an dem Münster der Benediktiner vorbei. Dabei begegneten wir einigen Mönchen, die vermutlich auf dem Weg zum Gottesdienst waren. Der Weg führte uns auch an einer Motorgrossstrecke vorbei, auf der gerade ein Wettkampf stattfand. Wir hielten kurz an. Heike war so faszieniert von den Sprüngen der Motorradfahrer, dass sie mir, der schon einige Meter vorgefahren war, nur ungern folgte.

Sie wollte unbedingt einige Bilder von den Motorradfahrern und ihren Flügen durch die Luft machen. Der überwiegend vorherrschenden Rückenwind und das Gefälle des Radweges sorgten dafür, dass wir viel schneller vorankamen, als wir geplant hatten. Die Übernachtung in Kitzingen fiel aus und wir fuhren durch bis Würzburg. Hier kamen wir um 17:30 Uhr an, konnten noch rechtzeitig unser Zelt aufbauen und gemütlich in der Gaststätte des Campingplatzes zu Abend essen. Beim Aufbau des Zeltes ging diesmal nicht alles so glatt von statten, wie das sonst der Fall war. Für die seitlichen Abspannstäbe sind besondere Endstücke erforderlich, damit sie in den dafür vorgesehenen Ösen des Zeltes festgemacht werden können. Ein Endstück fehlte und somit war die gesamte Stabilität des Zeltes in Frage gestellt. Trotz intensiver Suche auf dem Boden und in den Beuteln war nichts zu finden. Nach einer behelfsmäßigen Lösung, die im zersägen eines Kugelschreibers endete, war die Notlösung gefunden. Ob sie jedoch einem etwas häftigern Wind standgehalten hätte, bezweifelten wir. Während eines Rundgangs um das Zelt kam uns der Gedanke, dass das Teil unter Umständen in den Stoffbahnen, durch die die Stäbe geführt werden, nachzusehen. Und tatsächlich, in einer der Bahn steckte die Kappe.

8. Tag – 22.9.2012
Bamberg – Schweinfurt – 60 km
Die Fahrt von Bamberg nach Schweinfurt verlief ohne Besichtigungen. Das einzige, was uns auf der Fahrt zu schaffen war der sehr starke Gegenwind. Er war so heftig, dass wir während der Fahrt zweifelten, ob wir unser Etappenziel noch vor Einbruch der Dunkelheit erreichen würden. Als wir in Schweinfurt ankamen, war es nicht sehr einfach den Campingplatz der Sennfelder Naturfreunde zu finden. Ein Angler, den wir nach dem Weg fragten, konnte uns ser detaillierte Auskünfte geben. Gegen 16:30 Uhr waren wir dann doch frührer auf dem Platz als wir während der Fahr gedacht hatten.
Nachdem wir unser Zelt aufgebaut und in der Gaststätte der Naturfreunde gegessen hatten, machten wir noch einen kleinen Spaziergang. Auf dem Weg kam uns eine Gruppe junger Leute entgegen, die auch ihre Zelte auf dem Platz aufschlagen wollten. Der Fahrradanhänger hatte eine Platten. Ein im Baumarkt noch vorher eingekauftes Reparaturset erwies sich als nicht sehr funktionstüchtig.
Wir konnten mit dem benötigten Werkzeug aushelfen. Die Nacht war mit 3 Grad Plus doch recht frisch, aber es fiel kein Regen. Wieder Glück gehabt. Dennoch mussten wir das Zelt am nächsten Morgen recht nass einpacken, weil weder Wind ging und die Sonne durch die Wolken verdeckt blieb.

7. Tag – 21.9.2012
Breitengüßbach – Bamberg – 20 km
Diese Nacht haben wir nicht gefroren, denn im Hotel war es warm. Nach einer Woche auf einer fest aufgeblasenen Luftmatratze sind wir in die weichen Hotelbetten richtig tief eingesunken. Gut geschlafen haben wir dennoch und das Frühstück war wieder einmal ausgezeichnet. Gegen 9:30 Uhr setzten wir uns wieder auf den Sattel und fuhren Richtung Bamberg.

Der von uns anvisierte Campingplatz, die Marina in Trosdorf, liegt ca. 10 km mainabwärts vor Bamberg. Obwohl hier überwiegend Bootsbesitzer campen, bzw. ihre Wohnwagen stehen haben, durften wir unser Zelt direkt am Wasser aufschlagen. Über eine Platzgebühr von 9 Euro kann man auch nicht meckern.
Unmittelbar vor dem Platz befindet sich eine Bushaltestelle, so dass wir nicht mit dem Fahrrad in die Stadt fahren mussten, sondern bequem mit dem Bus direkt in die Innenstadt gelangen konnten.
Nach einigen Mühen fanden wir das Touristen-Informationsbüro und versorgten uns mit dem für eine Stadtbesichtigung notwendigen Material.
Wir entschieden uns für die einstündige 6-Hügel-Rundfahrt. Auf diese Art und Weise erhielten wir Informationen über die Sehenswürdigkeiten der Stadt. Die Tour führte uns vom

Altenburg

Domplatz über die 386 m hoch gelegen Altenburg, vorbei an der St. Michaelskirche, durch das alte Rathaus und wieder zum Domplatz. Die Regnitz wird in der Nähe der Altstadt von wunderschönen alten Häusern, die mit sehr viel Blumenschmuck versehen sind, gesäumt. Nach der 4-stündigen Besichtigungstour durch Bamberg, als unser Füße dann auch keine große Lust mehr hatten weiter zu laufen, haben wir in der Kantine von Karstatt zu Abend gegessen. Wegen der fortgeschrittenen Zeit kostete jedes Essen nur noch die Hälfte. Danach ging es zum Bus und um 19:30 Uhr waren wir wieder zurück.
Obwohl die Tagesetappe mit rund 20 km recht

Blick von der Alten Hofhaltung auf den Dom.

kurz war, war es auch heute wieder ein ereignisreicher Tag. Und was noch wichtig ist, das Wetter hat wieder einmal mitgespielt.

 

 

 

 

Häuser entlang der Regnitz

 

 

 

 

 

 

 

Das Alte Rathaus

 

 

 

 

 

 

 

6. Tag – 20.9.2012
Lichtenfels – Breitengüßbach – 50 km
Die Nacht war schweinekalt. Wir haben in unseren Schlafsäcken gefroren. Unsere alten, ca. 30 jährigen Schlafscke halten den niedrigen Temperaturen nicht mehr stand. Nicht nur die Kälte, sondern auch die Maingänse haben uns schon früh geweckt. Da es auf dem Campingplatz kein Frühstick gibt, fuhren wir zu einer Bäckerei und haben dort ein gutes Frühstück bekommen. Eine Straße weiter sahen wir einen Intersport-Laden. Während des Frühstücks entschieden wir uns, dort nachzufragen, ob sie auch Schlafsäcke haben. Sie hatten. Also haben wir 2 neue Schlafsäcke gekauft und unsere alten Schlafsäcke später bei der Post in jeweils ein Paket gesteckt und nach Hause geschickt.

Schon gestern, auf der Rückfahrt von Kronach haben wir in dem Nachbarort Hinweise auf ein Korbmuseum gesehen, dessen Besuch wir uns heute vor der Weiterfahrt Richtung Bamberg vorgenommen hatten. Dieser Ausflug hat sich für uns gelohnt. In 26 Räumen wurde an Hand von Schrifttafeln und Exponaten das Korbflechthandwerk sehr umfangreich dargestellt.

Danach, so gegen 13:00 Uhr, verstauten wir unsere restlichen Sachen und machten uns auf den Weg Richtung Bamberg. Wir legten noch einen kleinen Umweg (ca. 6 km) zur Wallfahrtskirche vierzehheiligen ein.

Warum müssen Kirchen und Burgen immer auf hohen Bergen errichtet sein? 3 km Fahrrad mit Gepäck bergauf schieben war schon sehr anstrengend.

 

 

 

Dennoch hat sich auch dieser Abstecher, wie die Bilder beweisen, gelohnt. Tröstend ist, wenn man so einen Berg hinaufschiebt, dass es dann auch wieder bergab geht. Bei Sonnenschein, angenehmen Temperaturen und einer tollen Aussicht auf das Maintal,war auch die Abfahrt eine gute Entlohnung für die Anstrengung des Schiebens.
Diese Ausflüge haben uns sehr viel Zeit gekostet, so dass wir unser ursprüngliches Ziel, Bamberg, nicht mehr erreichen konnten. Hinzu kam, dass uns verschiedene Umleitungen des Radwanderweges uns in die Irre führten und unnötige zusätzliche km Verursachten. Ein Blick auf die Radwanderkarte zeigte, dass es vor Bamberg noch 5 Campingplätze geben sollte. Die Entscheidung, auf einem dieser Plätze zu übernachten, war schnell gefallen. Das war die Planung. Der erste Platz war geschlossen, 2 Plätze scheint es nicht mehr zu geben und die anderen beiden Plätze wollten wir uns nicht zumuten. Da es langsam dunkel wurde, haben wir uns eintschieden, in einem Gasthof zu übernachten. Das sollte wohl kein Problem in dieser Jahreszeit sein; dachten wir. Erst nach dem 5 Versuch und einige Ortschaften weiter fanden wir das Hotel Vier Jahreszeiten in Breitengüßbach.

Hier war noch ein Doppelzimmer frei. Die Fahrräder konnten wir in einer Garage einschließen und gutes, preiswertes Essen gab es in einem Vereinsheim in der Nähe. Der Tag war wieder einmal gerettet.

5. Tag – 19.9.2012
Lichtenfels – Kronach – Lichtenfels – 63 km
Von unseren Campingnachbarn wurden wir auf die Festung Rosenberg aufmerksam gemacht.
Da am Morgen die Wolkendecke und der Regen verschwunden waren, haben wir uns entschlossen, die Festung zu besuchen. Entlang der Rodach fuhren wir leicht bergauf, dafür aber lies uns ein leichter Rückenwind die Strecke relativ schnell bewältigen. Schon von weitem sahen wir die Festung Rosenberg hoch über der Stadt.

Es ist ein beeindruckendes Bild. Wir haben mit einer Führung die Burg besichtigt. Ohne Führung lohnt es sich nicht, weil man nicht überall hinkommt. So konnten wir direkt unter einer Festungsmauer hindurchgehen. Vom Burggelände aus hat man eine wunderschöne Aussicht auf die Stadt Kronach.

Nach dem Ende der Führung zogen am Himmel recht schwarze Wolken auf, die einen stärkeren Regen ankündigten. Dieser erwischte uns dann auf der Heimfahrt.

Unterwegs sahen wir am Straßenrand zwei schwarze Schwäne,

die uns ein Foto wert waren.

4. Tag – 18.9.2012
Stadtsteinach – Kulmbach – Lichtenfels – 57,6 km
Auf dem Weg nach Lichtenfels lag die Stadt Kulmbach.

Hier besichtigten wir den alten Ortskern mit seinen engen Gassen und schönen Gebäuden.

Auf dem Marktplatz stärkten wir uns mit einem Paar Kulmbacher Bratwürsten. Bei sehr schönem Wetter, weit über 20 Grad, fuhren wir zum Zusammenfluss von Rotem und Weißem Main, aus dem dann der Fluss Main wird.

 

 

Entlang des Maines ging es dann Richtung Lichtenfels. Auch hier haben sich unsere Vorstellungen bezüglich einer ebenen Fahrt entlang des Mains nicht verwirklicht. Hochstadt hat seinen Namen zu Recht. 12 % Steigung zu überwinden, waren mit dem Gepäck eine riesige Anstrengung. Aber wir hatten schönes Wetter.

Abends kam dann der Wetterumschwung. Es kühlte sich merklich ab. In der Nacht hatten wir dann unseren ersten Regen und wir haben schon damit gerechnet, den nächsten Tag im Regen in unserem Zelt bzw. dem Aufenthaltsraum des Campingplatzes zu verbringen. Der städtische Campingplatz ist sehr gut ausgestattet. Es ist der erste Campingplatz, den wir besucht haben, auf dem auch für Radler und andere ein Aufenthaltsraum mit Sitzgelegenheiten zur Verfügung steht. Die Nacht im Zelt blieb trocken. Es war auch nicht mehr so kalt wie in den vorausgegangenen Nächten.

3. Tag – 17.9.2012
Waischenfeld – Bayreuth – Stadtsteinach – 67 km
Wie schon in der vergangenen Nacht war das Außenzelt am Morgen noch sehr feucht. Nach dem sehr guten und reichhaltigen Frühstück mussten wir es nass einpacken. Gegen 10:30 Uhr ging es dann los.
Die Strecke Waischenfeld – Bayreuth war uns schon vom Vortag bekannt. Mit dem ganzen Gepäck, das wir am Vortag nicht dabei hatten, haben wir immerhin 2,5 Stunden gebraucht. Unsere Vorstellungen, dass es ab Bayreuth nur noch bergab ging, hatten sich nicht bewahrheitet. Wir hatten einige Höhenmeter auch das Fahrrad schiebend zu überwinden,Bei ca. 23 Grad kamen wir ganz schön ins Schwitzen. Um 17:00 Uhr kamen wir auf dem Campingplatz in Stadtsteinach an, Es ist ein sehr schöner, gepflegter und sauberer Platz.

2. Tag – 16.09.2012
Waischenfeld, Bayreuth und zurück. – 70 km
Die Nacht im Zelt war kalt. 5 Grad. Aber nach dem Aufstehen zeigte sich die Sonne schon am Himmel und es wurde ein schöner Tag. Die Besichtigung von Bayreuth stand auf dem Programm. Wir sind davon ausgegangen, dass die Strecke von Waischenfeld nach Bayreuth ca 14 km betrug. Heraus kamen einfach ca. 30 km. Dabei brachten uns längere Anstiege am 1. Tag unserer Tour schon ins Schwitzen. Bayreuth, das sich für das Weinfest auf dem Marktplatz entsprechend geschmückt hat, entschädigte uns für die Anstrengungen.

Nach einem Eis sahen wir uns die Altstadt mit dem Opernhaus an

und machten einen Abstecher zum Festspielhaus.

Gegen 15:00 Uhr machten wir uns wieder in einem gemütlichen Tempo auf den Weg zum Campingplatz.

 

1. Tag – 15.09.2012
Von Rodenbach aus haben wir uns von unserem Sohn Sören mit dem PKW und einem Anhänger

auf den Campingplatz nach Waischenfeld  bringen lassen.

Von hier aus soll unsere Fahrradtour Bayreuth – Rodenbach beginnen. Diese Art der Anreise haben wir gewählt, weil uns das mit der Bundesbahn zu umständlich erschien und ein Mietauto zu teuer war. Die Lösung mit dem Anhänger erschien uns die Beste.
Nach einem guten Mittagessen fuhr Sören wieder nach Hause und wir stellten unser Zelt auf.

Da der Zeltaufbau recht zügig über die Bühne ging, hatten wir noch genügend Zeit, um uns in der Stadt umzusehen. Von der Burg in Waischenfeld aus hatten wir einen wunderschönen Ausblick auf die Stadt und das Tal.

Wir hatten mit dem Wetter wieder einmal Glück. Obwohl die Wettervorhersage für den heutigen Tag Regen angekündigt hatte, war es anfangs bewölkt und am Abend kam sogar die Sonne durch. Nur jetzt um 19:30 Uhr wird es recht frisch. Das macht aber nichts, Hauptsache es bleibt trocken.

2 Gedanken zu „Bayreuth – Rodenbach

  1. Hallo Ihr Weltenenbummler !
    Vielen Dank für die Postkarte,in unseren Augen seid Ihr Helden.Wir wünschen Euch weiterhin eine Gute fahrt und wenige Pannen.

    Karin & Klaus aus Berlin

  2. Hallo ihr Beiden,
    Teilstrecken dieser Route sind mir bestens bekannt. Ein wunderschönes Erlebnis mit bleibenden Erinnerungen. Habt Ihr gut gemacht!

    Liebe Grüße
    Adolf& Inge aus Hanau

Kommentare sind geschlossen.